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Stand vom:
10.04.2008
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Diese Seite soll Euch nur über einige Krankheiten informieren, die Ratten bekommen
können. Sie ersetzt in keinem Fall den Besuch bei einem rattenerfahrenen Tierarzt. Im Zweifel gilt der alte
Spruch: LIEBER 1x ZUVIEL, ALS 1x ZUWENIG. Ein Tipp: Antibiotika sollten nicht mit Milchprodukten gegeben werden, da diese die Wirkung aufheben.
Abszesse
Ein Abszess entsteht, wenn in kleineren Wunden Schmutz oder Bakterien eindringen. Auch
entstehen Abszesse im Mundbereich bei z.B. einer Zahnentzündung. Vermehrte Abszessbildung kann auf eine verminderte Funktion der Niere oder Vitamin A-Mangel
zurückzuführen sein. Abszesse sind mit Eiter gefüllte Beulen, die sehr schnell wachsen und für einen Anfänger schwer von einem Tumor zu unterscheiden
sind. Deshalb sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Im Endstadium eines Abszesses verfärbt sich dieser grau und hinterläßt eine nässende Wunde, die nach
einigen Tagen abheilt. Die Gefahr eines Abszesses besteht darin, daß sich dieser auch nach innen öffnen kann und die Ratte an einer Blutvergiftung
(Sepsis) stirbt. Selbst bei einmaligem Auftreten eines Abszesses, ist die Chance groß, daß neue Entzündungen entstehen, da sich der Erreger in ihrem
Blut befindet. Abszesse sollten nur vom Tierarzt geöffnet werden. Die Behandlung erfolgt meist mit Antibiotika in verschiedenen Formen. Es wird auch
hin und wieder der Abszess mit einer antibakteriellen Lösung gespült. Die Behandlungsmethoden sind von Tierarzt zu Tierarzt unterschiedlich.
Bumblefoot
Als Bumblefoot bezeichnet man Fußballenabszesse, die bei zu schweren Ratten oder ungünstigen
Haltungsbedingungen, wie z.B. Gitterboden, Holzpellets auftreten können. Diese Abszesse können bluten und eitern. Sie sind schmerzhaft für die Ratte und im
schlimmsten Fall wird durch den Abszess auch der Knochen befallen. Beim Auftreten des Bumblefoot solltet Ihr sofort den Tierarzt aufsuchen. Die
Behandlung der Erkrankung wird meist mit Jodsalben oder Antibiotikum durchgeführt. Wichtig ist auch, daß sofort die Ursache des Bumblefoots aus dem
Käfig entfernt wird, daß die Ratte bei zu hohem Gewicht auf Diät gesetzt wird und die Umgebung sehr sauber gehalten wird.
Chromodakryorrhoe
Ratten besitzen oberhalb der Augen die sogenannte Hardersche Drüse, die bei einer Änderung des
Allgemeinzustands oder Stress anfängt, ein rotes Sekret zu produzieren. Dieses Sekret kommt durch die Tränenflüssigkeit in den Tränennasenkanal und dadurch in
die Nasenhöhle. Die betroffenen Ratten bekommen roten Schnupfen, also rotes Sekret an der Nase, rotumrandete Augen und rote Tränen. Zu diesem Zeitpunkt
solltet Ihr das Tier intensiv auf weitere Krankheitsmerkmale beobachten und gegebenenfalls Vitamine zufüttern. Sollte es sich innerhalb von ein paar Tagen nicht
gelegt haben und Ihr könnt sichergehen, daß Eure Ratte keinem Stress ausgesetzt ist, solltet Ihr einen Tierarzt aufsuchen.
Hauterkrankungen
Meist äußern sich diese mit braunen Punkten im weißen Fell, silbrig schimmernden Anlagerungen an dunklen
Haaren oder häufiges Kratzen. Blutige Krusten auf der Haut, besonders zwischen den Schulterblättern, können auch ein Anzeichen sein. Es können auch Pilzerkrankungen vom
Menschen auf die Ratte übertragen werden. Meist sind Parasiten (z.B. Haarlinge), Pilze oder allergische Reaktionen auf zuviel Eiweiß und Einstreu die Ursache. Bei
Parasitenbefall müssen alle Ratten behandelt werden, ansonsten wird die Ratte medikamentös gegen Pilze behandelt, was sehr langwierig sein kann. Sollte
eine allergische Reaktion vorliegen, müssen alle allergiefördernden Nahrungsmittel oder Einstreu vermieden werden.
Hinterhandlähmung
Gerade bei älteren Ratten kann es zu einer Versteifung der Hinterläufe und zu Muskelschwund in dem Bereich kommen.
Meist werden die Tiere dadurch nicht weiter eingeschränkt, persönliche Beobachtung. Allerdings sollte man unbedingt darauf achten, den Käfig behindertengerecht
einzurichten. Zu empfehlen sind Rampen und besondere Absicherungen durch Hängematten. Eine kleine Einschränkung gibt es allerdings doch. Die betroffenen Tiere
können sich meist nicht mehr richtig putzen und man sollte darauf achten, daß der hintere Bereich nicht zu sehr verschmutzt. Zur Not muß der Halter
die Ratte mit einem feuchten Tuch ohne Seifenzusatz reinigen.
Mykoplasmose
Die Mykoplasmose der Ratte ist die häufigste Erkrankung der oberen Atemwege bei als Heim- oder Labortier
gehaltenen Wanderratten. Diese Mykoplasmose wird durch Mycoplasma pulmonis, einem Bakterium aus der Gattung Mycoplasma hervorgerufen.
Die Mykoplasmose der Ratte ist eine Faktorenkrankheit. Ratten werden zumeist schon vor der Geburt im Mutterleib (intrauterin) oder unmittelbar
danach mit dem Erreger infiziert. Auch eine spätere Übertragung über Aerosole und direkten oder indirekten Kontakt ist möglich. Zu einem Ausbruch der Erkrankung kommt es aber
erst viel später bei Störungen des Immunsystems. Auslösende Faktoren können Stress, schlechte Haltungsbedingungen Zugluft, hohe Ammoniakkonzentration, Fütterungsfehler oder
andere Infektionskrankheiten sein. Die Mykoplasmose tritt vor allem bei Ratten im zweiten Lebensjahr auf. Sie beginnt mit unspezifischen Symptomen einer Erkrankung der oberen
Atemwege wie Schnüffeln, Niesen und wässrigem Nasenausfluss. Im weiteren Krankheitsverlauf sind auch die unteren Atemwege betroffen. Dann kommt es auch zu Atemnot und Störungen
des Allgemeinbefindens. Durch letzteres wird auch der natürliche Putztrieb der Ratte eingeschränkt, weshalb das Fell ungepflegt aussieht und sich im nasenseitigen Augenwinkel
das rötliche Sekret der Nickhautdrüse ansammelt. Dieses Sekret kann über den Tränenkanal auch die Nasenspitze rötlich verfärben. Durch Verminderung der Futteraufnahme kommt es
zu einer zunehmenden Abmagerung. Als Komplikation der Erkrankung kann eine Mittelohrentzündung mit Kopfschiefhaltung und Ataxie auftreten. Auch eine genitale Form mit
Entzündung der weiblichen Geschlechtsorgane (Eierstock-, Eileiter- und Gebärmutterentzündung) und Aborten (Fehlgeburten) kann auftreten.Die Diagnosestellung ist
außerordentlich schwierig und muss überwiegend anhand des klinischen Bildes erfolgen. Mycoplasmen lassen sich nur schwer anzüchten, so dass bakteriologische Untersuchungen
größtenteils erfolglos sind. Da meist kein Antibiogramm angefertigt werden kann, muss eine Therapie mit einem Antibiotikum versucht und bei Nichtanschlagen auf ein anderes
gewechselt werden. Bewährt haben sich Enrofloxacin, Tetracyclin und Erythromycin. Auf jeden Fall müssen die auslösenden Faktoren abgestellt werden, die antibiotische Behandlung
allein ist nicht ausreichend. Die Prognose ist vorsichtig, selbst bei einer erfolgreichen Behandlung bleiben die Tiere Träger des Erregers und ein Rezidiv ist möglich. Bei
hochgradiger Atemnot ist die Prognose schlecht.
(Wikipedia.de)
Parasiten
Es gibt 2 Arten von Parasiten. Als erstes hätten wir da die Ektoparasiten, die auf der Haut leben und als zweites die
Endoparasiten, die unter der Haut leben. Zur Gattung der Ektoparasiten gehören Haarlinge, Läuse, Flöhe und Milben. Diese Tiere kommen entweder durch neue Ratten oder z.B. Stroh,
Futter und Heu zu uns. Die Ratte bekommt einen permanenten Juckreiz und kratzt sich ständig. Meist kann man einen Parasitenbefall an den Eiern (Nissen) erkennen. Die zweite Gattung,
die Endoparasiten, sitzen unter der Haut und sind somit nicht zu sehen. Hierzu gehören die Grabmilben. Auch bei ihnen hat die Ratte einen extremen Juckreiz, doch anders als bei den
Ektoparasiten kann es bei einer verzögerten oder gar keiner Behandlung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Ratte kommen. Im schlimmsten Fall werden die Ohren der Ratte
buchstäblich von den Grabmilben zerfressen. Egal ob nun auf der Haut oder darunter, es ist auf jeden Fall dringend ein Tierarztbesuch erforderlich. Er kann die Parasitenart bestimmen
und, je nach Befall, eine Behandlung in die Wege leiten. Man sollte auch davon ausgehen, daß sämtliche Tiere, die mit der befallenen Ratte Kontakt hatten, ebefalls Untermieter haben.
Das Wichtigste in einer solchen Situation ist, konsequente Reinigung und Desinfektion (mit z.B. Alkohol) des Käfigs und aller Plätze, wo sich die Ratten aufhalten. Gegenstände, die
nicht desinfiziert, eingefroren oder abgekocht werden können, sollten sofort vernichtet werden. Die Ektoparasiten werden meistens mit einem Mittel namens Stronghold (es gibt
verschiedene Produkte) behandelt. Bei Endoparasiten hilft meist nur eine Behandlung mit der Spritze, die nach einigen Wochen wiederholt werden muß.
Schiefkopf
Wenn die Ratte plötzlich den Kopf schief hält, Gleichgewichtsstörungen bekommt und torkelt, könnte eine
Infektion des Innenohrs oder auch Mittelohrs vorliegen. Der Tierarzt kann Antibiotika gegen die Infektion, Kortison zum Abschwellen und bekämpfen der Entzündung und
Vitamin-B-Komplex zur Regeneration der Nerven geben. Die Erkrankung ist nicht heilbar, aber die Mittel sollten sie zum Stillstand bringen. Ihr solltet nun Euren Käfig
behindertengerecht einrichten, Rampen und Hängematten (um Abstürze zu vermeiden). Die meisten Ratten lernen mit der Erkrankung zu leben und werden bald wieder munter
im Käfig herumtollen.
Schnupfen
Häufiges Niesen und knackende Atemgeräusche sind meist Anzeichen für einen Schnupfen. In einem späteren Stadium der Erkrankung
kommen noch Augenausfluss, Atemnot, Flankenatmung, Nasenausfluss und Nahrungsverweigerung hinzu. Bei ersten Anzeichen eines Schnupfens ist sofort ein Tierarzt aufzusuchen,
da sich sonst sehr schnell eine Lungenentzündung entwickeln kann. Achtung: Auch der Rattenhalter kann seine Tiere mit einem Schnupfen anstecken, daher würden wir empfehlen, bei einer
Erkältung so wenig Kontakt wie möglich zu Euren Tieren zu haben. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika (ca. 5-10 Tage), die mit Vitaminzugaben unterstützt werden kann.
Talgüberproduktion
Dieses Symptom tritt meist nur bei älteren Böcken auf. Es werden orangene Schuppen im Fell sichtbar, die aber absolut harmlos sind.
Diese Schuppen resultieren aus einer hormonell bedingten Überproduktion von Talg des Bocks. Diese "Erkrankung" braucht nicht behandelt werden.
Tumore
Unterhauttumore (Verdickungen unter der Haut) sind meist in der Achselhöhle (Milchleiste) und im oberen Bereich der Hinterbeine zu
ertasten. Häufig sind diese Tumore gutartig und lassen sich durch eine OP entfernen. Unbehandelt können sie auf monströse Größe anschwellen und einer eigentlich gesunden Ratte das normale
Weiterleben unmöglich machen. Also, je früher ein Tumor behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Unbehandelte Tumore greifen das umliegende Gewebe an und
metastasieren in die Lunge. Jeder sollte für sich selbst entscheiden, ob es sich lohnt, eine alte Ratte noch dem Streß einer Operation auszusetzen. Bei jungen Ratten empfehlen wir
auf jeden Fall eine Behandlung, damit sie ihr schon recht kurzes Leben genießen können.
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